Zuerst wird sich Gonçalo Pereira über den Zusammenhang der unterschiedlichen Komponenten von Schmerz äussern, wobei die Betonung auf der emotionalen Komponente liegt. Es geht es dann um Verhaltensänderungen zunächst bei akuten, dann um solche bei chronischen Schmerzen. Gerade diese können mit vielen Verhaltensänderungen einhergehen; im zweiten Teil geht es daher um Faktoren, die zur Entwicklung von chronischen Schmerzen führen.
Anschliessend werden Fallbeispiele präsentiert, bei denen eine Verhaltensveränderung der Hauptgrund der Konsultation war und die Therapie des Schmerzes fundamental bei der Therapie dieser Verhaltenprobleme war.
Die Vorträge von Andrea Sommese werden sich mit kleinen Heimtieren wie Kaninchen, Chinchillas oder Meerschweinchen sowie Exoten befassen. Zuerst wird er aufzeigen, wie Haltung/Haltungsanreicherung, soziales Umfeld oder nicht erfüllte speziesspezfische Bedürfnisse sich auf Wohlergehen und Verhalten dieser Tiere auswirken. Wichtige Faktoren sind auch emotionale Bindungen, Handling und Einstellung der Tierpflegenden; diese sind ein vitaler Bestandteil für das Wohlbefinden und eine auch wichtige Orientierungshilfe für Tierärzte.
Maya Bräm erläutert, wie Thermographie als nicht-invasive Screening-Methode eingesetzt werden kann, um mögliche körperliche Komponenten von Verhaltensproblemen sichtbar zu machen, denn gezeigte Verhaltensänderungen sind häufig unspezifisch und klinische Untersuchungen können durch Stress zusätzlich erschwert werden. Unter dem Motto «Mens sana in corpore sano» führt sie auf, wie Pflanzen zur Stressreduktion eingesetzt werden können, um Tiere psychisch wie auch physisch zu unterstützen. Da Pflanzen sich nicht nur direkt auf das Tier auswirken, sondern auch indirekt auf das ganze System, in dem das Tier lebt, zeigt dieser Vortrag eine ganzheitliche Sichtweise des Einsatzes von Pflanzen zur Stressreduktion.
Dirk van der Linden, Senior Lecturer im Department Computer und Information Sciences an der Northumbria University; Co-Founder des Tech4Animals Lab und “steering member” der International Conference on Animal-Computer Interaction”, wird sprechen über den Einsatz von Technologie bei Hund-Mensch Interaktionen und die Folgen dieses Trends, da digitale Techniken immer mehr beim Umgang und der Pflege von Hunden angewandt werden.
Weiterhin stellt er Methoden zur Schmerzerkennung unter Einbeziehung von AI auch bei Vieh, Pferden und Schafen vor. Der Vergleich von auf Video-basierenden Analysen mit von Veterinären angewandten etablierten Methoden, die meist auf Beobachtung beruhen, zeigt, dass der Einsatz von AI-Systemen nicht nur hohe Exaktheit und Konsistenz mit sich brachte, sondern auch in einigen Fällen die Einschätzungen von Experten übertraf, besonders bei subtilen schmerzbedingten Verhalten.
Anneli Muser Leyvraz
Programmverantwortliche STVV